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"negENTROPY"

Mit Werken von NADINE FECHT, CORINNE LAROCHE, VALENTIN EMIL LUBBERGER, THOMAS MÜLLER, KAZUKI NAKAHARA, MARK SHEINKMAN, MARK WILLIAMS und FRANK BADUR.

Konzept von DIRK WEILEMANN

07. Dezember 2012 - 19. Januar 2013

fruehsorge contemporary drawings freut sich Ihnen die Gruppenausstellung negENTROPY anzukündigen.

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Während Entropie im allgemeinen Sprachgebrauch als Ausdehnung, Chaos oder Zufälligkeit verstanden wird, beschreibt Negentropie die Abwesenheit jener Charakteristika und evoziert damit eine Vorstellung von Struktur und Verdichtung. Das Kunstwort negENTROPY, das als Denkbild zu verstehen ist, bringt beide Zustände miteinander in Verbindung und möchte aufzeigen, dass im Gestaltungsprozess Ordnung und Unordnung beziehungsweise Kontrolle und Unkontrollierbares oftmals nahe beieinander liegen und als künstlerische Strategien bewusst eingesetzt werden. Die Ausstellung möchte auf verschiedenen Ebenen Möglichkeiten untersuchen, wie Werke und Arbeitsweisen diese im Grunde gegenläufigen Tendenzen zusammenführen.
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Eine dieser Möglichkeiten besteht darin, ein formales Ordnungssystem zu erschaffen, nur um dieses durch bestimmte Techniken wieder zu unterlaufen, ein System innerhalb dessen das Zufällige und das Nicht-Kontrollierbare oder aber auch der bewusste Bruch mit der Ordnung visuell manifest werden. Die Verbindung von konträren Bildelementen wie der strengen und der freien Linie oder der kontrollierten Handübung und der improvisierten Geste „aus dem Handgelenk“ ist eine weitere Form, durch die mithilfe von traditionellen Zeichenmaterialien, wie Bleistift, Buntstift oder Tusche, negENTROPische Zustände anschaulich werden.
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In einer Reihe von neuen Arbeiten werden Experimente mit weniger traditionellen Materialien wie etwa Kerzenruß, verkohlten Streichhölzern oder Löschpapier vorgestellt. Ihr Einsatz birgt von vorneherein ein Moment des Ungewissen, das darüber hinaus auch im Material selbst angelegt ist. Wie der spezifische Filzstift mit dem spezifischen Blatt Löschpapier reagiert oder auf welche Weise sich die Rußpartikel des Kerzenrauchs niederschlagen, lässt sich nur mit einiger Übung annähernd vorhersagen. Am Anfang steht daher immer auch die Bereitschaft den neuen Werkstoff mit seinen Eigenheiten kennenzulernen und im Experiment neue Arbeitsweisen zu entwickeln.
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Die Idee des negENTROPischen Zustands kann auch auf das Atelier als Ganzes übertragen werden. Als Ort des Experiments kann das Atelier für die frei fließenden Gestaltungsenergien stehen, die sich alsbald durch die Wahrnehmungsleistung der Künstlerin verdichten. Manchmal werden dann für andere Werke gebrauchte Materialien zu etwas gänzlich Neuem verarbeitet, oder aber ein Fleck oder eine unabsichtliche Handbewegung entpuppen sich als Triebfedern weiterer künstlerischer Prozesse.


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